Kriegswende 1941
Guntram von Schenck, März 2009
 
Kriegswende Dezember 1941 und Holocaust

These:  Hitler wusste ab Dezember 1941, dass  die Kriegslage aussichtslos war - und handelte danach. Eine Folge ist der Holocaust.

Die Kriegswende im Zweiten Weltkrieg wird vielfach auf die deutsche Niederlage in Stalingrad im Winter 1942/1943 oder später datiert (1). Aber schon im Dezember 1941 befand sich das Deutsche Reich in einer aussichtslosen Lage, aus der heraus der Krieg nicht mehr zu gewinnen war (2). Anfang Dezember 1941 blieb die Wehrmacht vor Moskau stecken, die Rote Armee startete am 5. Dezember eine Gegenoffensive, die die Wehrmacht zurückwarf. Die Erwartung, ein rascher Sieg über die Sowjetunion würde Großbritannien zu einem Einlenken bewegen, erfüllte sich somit nicht. Am 11. Dezember 1941 erklärte Deutschland überdies den USA den Krieg, nachdem die Vereinigten Staaten die deutschen Kriegsgegner schon massiv “short of war“ unterstützt hatten. Russland war unbesiegt, Großbritannien kämpfte weiter und die USA standen im Begriff, ihr gewaltiges Potential, das schon den Ersten Weltkrieg entschieden hatte, für den Krieg zu mobilisieren. Objektiv war dieser Krieg gleichzeitig gegen die Sowjetunion, die USA und Großbritannien samt ihren Verbündeten von Deutschland nicht mehr zu gewinnen. Auf mittlere und längere Sicht hatte Deutschland den immensen humanen und materiellen Ressourcen seiner  Kriegsgegner zu wenig entgegen zu setzen.

Die Frage ist, wie Hitler, der im “Führerstaat” alle wichtigen Entscheidungen selbst traf, im Dezember 1941 die Kriegslage beurteilte? Machte er sich noch Illusionen oder rechnete er ab diesem Zeitpunkt mit einer deutschen Niederlage?

 Großbritannien kämpft nach Niederlage Frankreichs weiter 

Am 1. September 1939 begann der Zweite Weltkrieg mit dem deutschen Angriff auf Polen. Zwei Tage später folgten die Kriegserklärungen Frankreichs und Großbritanniens an das Deutsche Reich. Im Sommer 1940 besiegte Deutschland Frankreich in einem kurzen Feldzug. Hitler stand auf dem Höhepunkt seiner Macht und unterbreitete Großbritannien das Angebot: für London das Empire, für Berlin die Hegemonie auf dem europäischen Festland. Er hoffte und erwartete, dass Großbritannien daraufhin den Krieg beenden werde. Im britischen Kriegskabinett hatte sich aber Churchill am 28. Mai 1940 u. a. mit dem bemerkenswerten Argument durchgesetzt, ”dass Nationen, die kämpfend untergingen, sich wieder erheben würden, jene aber, die kapitulierten, am Ende seien” (3). Am Vortag hatte der britische Außenminister, Lord Halifax, aus dem Kriegskabinett in seinem Tagebuch festgehalten: “Und was ihm (Halifax) den Magen umgedreht hatte, war Churchills offensichtliches Beharren darauf, dass es besser wäre kämpfend unterzugehen - auch wenn das Land dabei zerstört werden sollte -, als jede mögliche Verhandlungslösung in Erwägung zu ziehen, die es vor der Katastrophe bewahren könnte”(4). Das Kriegskabinett folgte Churchill, London kämpfte weiter. Hitler stand vor der Frage, wie er London aus dem Kampf werfen und den Krieg beenden konnte.

Angriff auf die Sowjetunion 

Die Schlussfolgerung, die Hitler daraus zog, war die Entscheidung für den Angriff auf die Sowjetunion, das Unternehmen Barbarossa. Der bedeutende britische Historiker und Biograph Hitlers, Ian Kershaw, fasst dessen Position folgendermaßen zusammen: “Von Hitlers Standpunkt aus wurde ihm die Entscheidung für den Angriff auf die Sowjetunion - ein Unternehmen, das er aus ideologischen Gründen ohnehin wollte - strategisch aufgezwungen. Er musste im Osten den Sieg erringen, bevor Stalin seine Verteidigung aufbauen konnte und die Amerikaner in den Krieg eintraten. Ein schneller Triumph in der Sowjetunion war der Weg zum vollständigen Sieg, da er Großbritannien zur Kapitulation nötigen, die Vereinigten Staaten aus dem Krieg heraushalten und einem sowjetischen Anspruch auf Vorherrschaft  in Mitteleuropa und auf dem Balkan den Boden entziehen würde” (5). Am 22. Juni 1941 eröffnete die Wehrmacht den Feldzug gegen die Sowjetunion. Hitler und die Wehrmachtsführung gingen davon aus, dass die Sowjetunion binnen weniger Wochen zusammenbrechen würde - eine Erwartung, die im Übrigen in London und andernorts geteilt wurde. Der Roten Armee wurde nicht viel zugetraut. Denn einer Säuberung Stalins war 1937/1938 ein großer Teil des Offizierskorps der Roten Armee zum Opfer gefallen. Der sowjetische Winterfeldzug gegen Finnland 1940 hatte zudem gravierende Mängel in der sowjetischen Armeeführung offenbart.

Hitlers Kriegspolitik hatte aus der Sowjetunion und Großbritannien, den gegensätzlichsten und unwahrscheinlichsten Verbündeten, Kriegsalliierte gemacht. Anders als im deutsch-japanischen Bündnis, das über Absichtserklärungen nicht hinaus kam, setzten London und Moskau auch eine effektive strategische Kooperation in Gang. Am 25. August 1941 - zehn Tage nach der Unterzeichnung der Atlantik-Charta, die eine Verletzung der souveränen Rechte der Nationen und Aggressionshandlungen verdammte - rückten britische und sowjetische Truppen unter dem Vorwand, eine angeblich vorhandene deutsche Agententätigkeit unterdrücken zu müssen, in Persien (Iran) ein und besetzten das Land bis zu einer zwischen Nord und Süd festgelegten Demarkationslinie. Es war die Vergewaltigung eines neutralen Landes. Churchill: “Inter arma silent leges“(6). Dem Iran wurde ein Abkommen aufgezwungen, demzufolge das Land alle Ressourcen, vor allem das Öl, den Alliierten zur Verfügung zu stellen und den Transport militärischer Güter durch sein Territorium nicht nur zu dulden sondern zu fördern hatte (7). Über diese Landbrücke verlief während des ganzen Krieges zwischen den Westalliierten und der Sowjetunion eine der wichtigsten, für Moskau zeitweise überlebenswichtigen Nachschublinien.

Kriegserklärung an USA 

Die Kriegserklärung an die USA vom 11.Dezember 1941 ist oft als Rätsel oder als Beleg für den größenwahnsinnigen Irrsinn Hitlers angesehen worden. Sie war aber nur die Vorwegnahme des Unvermeidlichen. Hitler war sich durchaus bewusst, dass das Eingreifen der USA im Ersten Weltkrieg den Krieg gegen Deutschland entschieden hatte. Er setzte deshalb alles daran, die USA zumindest bis November 1941, dem angestrebten Abschluss des Unternehmens Barbarossa gegen Russland, aus dem Krieg heraus zu halten. Das Leih- und Pachtgesetzes der USA vom 11. März 1941, das eine massive materielle und psychologische Unterstützung Großbritanniens vorsah, wurde vom Oberkommando der Wehrmacht mit der Feststellung quittiert, es könne “nach allgemeiner Ansicht … als eine Kriegserklärung an Deutschland angesehen werden” (8). Die Besetzung Islands durch Truppen der USA im Juli 1941 und der von Roosevelt am 11. Sept. 1941 herausgegebene Befehl “shoot-on-sight” gegenüber Schiffen der Achsenmächte Deutschland und Italien machten aus deutscher Sicht einen Zusammenstoß und Krieg mit den USA unvermeidlich.

Das Bündnis mit Japan, das am 7. Dezember 1941 Pearl Harbor angegriffen hatte, löste schließlich die deutsche Kriegserklärung an die USA aus. Die erhoffte Entlastung durch den  Bündnispartner Japan erwies sich aber rasch als Illusion. Japan lehnte es ab, gegenüber der Sowjetunion eine bedrohliche Haltung einzunehmen oder die Sowjetunion gar anzugreifen. Stalin konnte noch im Winter 1941/1942 Truppen aus Sibirien abziehen und in die Schlacht um Moskau werfen. Mit den USA war Hitler zudem ein Kriegsgegner erwachsen, der ihn ratlos machte, von dem er nicht wusste, wie er ihn besiegen sollte - so freimütig im Januar 1942 gegenüber dem japanischen Botschafter Oshima Hirosoki (9). Am 15. Januar 1942 monologisierte Hitler ahnungsvoll, dass “in diesem Krieg, wenn überhaupt gewonnen wird, nur Amerika” gewinnen werde (10).

Zeitfenster geschlossen

Im Dezember 1941 hatte sich das Zeitfenster für Hitler geschlossen. Die Sowjetunion war nicht besiegt. Die Wehrmacht geriet vor Moskau nach dem sowjetischen Gegenangriff in eine dramatische Winterkrise, die nur mit äußerster Anstrengung gemeistert werden konnte. England war nicht aus dem Konflikt geworfen, sondern hatte durch die Kriegsteilnahme der USA eine massive Bestätigung und Unterstützung des Kriegskurses erhalten. Die USA begannen ihr gewaltiges Kriegspotential aufzubauen und würden es bald einsetzen. Hitlers Absicht, “alle kontinentaleuropäischen Probleme zu lösen, da die USA ab 1942 in der Lage wären, in den Krieg einzugreifen“ (11), war durchkreuzt. Hitlers Vabanquespiel war gescheitert. Er hatte mit dem Angriff auf die Sowjetunion alles riskiert und verloren. Er stand nun in einem Zweifronten-Krieg, den er als Lehre aus dem Ersten Weltkrieg unbedingt vermeiden wollte.

Abgesehen von wenigen Andeutungen wissen wir nicht, wie Hitler um die Jahreswende 1941/1942 die Lage einschätzte. Der Kriegseintritt Japans am 7. Dezember 1941 hat in ihm eine gewisse Euphorie hervorgerufen. Da es aber nie zu konkreten strategischen Absprachen mit Japan kam, insbesondere nicht im Hinblick auf die Sowjetunion, muss bei ihm schnell Ernüchterung eingekehrt sein. Der Kriegseintritt Japans versprach zwar eine gewisse Entlastung, eine grundsätzliche Änderung der Kriegskonstellation war es aus deutscher Sicht aber nicht. Die Sowjetunion war nicht zusammengebrochen. Das Unternehmen Barbarossa war nicht planmäßig verlaufen. Ein gewichtiger Teil der sowjetischen Verbände hatte sich dem deutschen Angriff rechtzeitig entzogen. Die Kriegsgegner hießen weiterhin Großbritannien, Sowjetunion und nun auch USA. Sie hatten ihr Potential noch nicht einmal voll entfaltet.

Entscheidungen Hitlers im Dezember 1941

Die Prämissen, die Hitler für eine erfolgreiche Beendigung des Krieges selbst aufgestellt hatte, waren allesamt nicht erfüllt. Folgte er seiner eigenen Logik, muss er erkannt haben, dass dieser Krieg nicht mehr zu gewinnen war. Über die Rationalität oder Irrationalität im Denken und Handeln Hitlers ist oft gerätselt worden. Die Frage lässt sich auch hier nicht annähernd beantworten. Ein Maßstab kann die Wahrnehmung derer sein, die mit ihm zusammen gearbeitet haben, und die, insbesondere in den Militärstäben, nicht nur ideologisch verblendete Nazis waren. Dort sind zwar seine taktischen und strategischen Fehler gesehen und kritisiert worden, blinde Irrationalität ist Hitler aber nicht unterstellt worden. Auch unter extremstem Stress äußerte er sich danach mit Bedacht und achtete auf die Wirkung seiner Aussagen (12). Wutanfälle inszenierte er - “gekonnt“. Abgesehen von der Schlussphase im Berliner Bunker behielt er die Nerven, auch in der Winterkrise 1941/1942 vor Moskau. Er war ein Meister im Verschleiern und Verbergen seiner wahren Absichten. Schriftliches hat er kaum aus der Hand gegeben. Hitlers kometenhafter Aufstieg vom kleinen Agitator zu Beginn der Weimarer Republik bis zum Sieg über Frankreich 1940 spricht ebenfalls gegen die Irrwisch-Vermutung. 

Die Westalliierten wussten, dass sich die Waage trotz möglicher Rückschläge ab Dezember 1941 langsam aber beständig zu ihren Gunsten zu senken begonnen hatte (13). Mangels Zeugnissen von Hitler oder aus seiner engsten Umgebung lässt sich am ehesten aus den Entscheidungen und Weichenstellungen des Dezember 1941 erschließen, ob Hitler auch selbst die Wahrheit der Stunde gesehen und die entscheidende Zäsur der Kriegswende erkannt hat. Angesichts der fehlgeschlagenen schnellen Niederwerfung der Sowjetunion und der Kriegserklärung an die USA  traf Hitler in der Tat einschneidende Entscheidungen.

Rüstungs- und Kriegswirtschaft 

Eine Weichenstellung betraf die Wirtschaft, die bis Dezember 1941 noch nicht voll auf die Kriegsrüstung umgestellt war. Die Masse des im Jahre 1941 produzierten Rüstungsmaterials war im Verlauf des Unternehmens Barbarossa auf den Schlachtfeldern im Osten verloren gegangen. Aber selbst die dringlichsten Rüstungsaufträge der Wehrmacht konnten nicht erfüllt werden, weil es an Arbeitskräften und Rohstoffen mangelte. Ziel war deshalb eine massive Steigerung und die sofortige Umsteuerung der deutschen Rüstung zugunsten des Heeres. Ein grundlegender Umbau der deutschen Kriegswirtschaft wurde eingeleitet (14).

Hitler war klar geworden, dass die Zeit der Blitzkriege vorbei war und er bereitete einen Material- und Abnützungskrieg unbekannter Dauer vor. Das Heer und nicht die Marine und die Luftwaffe waren Hauptnutznießer der Umstellung und Leistungssteigerung der Rüstungsindustrie. Ohne Ausrüstung der Luftwaffe mit Flugzeugen großer Reichweite und ohne Ausbau der Marine war das im Westen für die Kriegsführung gleichbedeutend mit Defensive -  auf mittlere Sicht auch im Osten. Ob Hitler sich Illusionen hinsichtlich deutscher Erfolgsaussichten einer Material- und Abnützungsstrategie längerer Dauer machte, wissen wir nicht. Hitler war sich allerdings bewusst, dass “die für einen langen Krieg als unabdingbar erachteten Industrie- und Rohstoffzentren… entweder nicht erobert oder nicht wie erhofft ausgebeutet” werden konnten (15).

An warnenden Hinweisen fehlte es nicht. Die Wehrmacht stand schon während des Vormarsches auf Moskau am Ende ihrer materiellen und personellen Kraft, wie sich für den Chef des Generalstabs des Heeres, Franz Halder, aus vielen Anzeichen ergab (16). Im Herbst 1941 musste der Chef der Heeresrüstung Fritz Todt einen derart gravierenden Abfall der Waffen - und Munitionsfertigung feststellen, dass er einen baldigen Friedensschluss für ratsam hielt (17). Todt gewann insbesondere nach einer Besichtigungsreise seiner Panzerkommission an die Ostfront den Eindruck, dass der Krieg nicht mehr zu gewinnen war, und forderte deshalb Hitler am 29. Nov. 1941 zu einem politischen Friedensschluss auf . Darauf Hitler: "Ich sehe aber kaum noch einen Weg, um politisch zu einem Ende zu kommen"(18).

Reorganisation der Wehrmachtsspitze 

Die zweite Weichenstellung war der Wechsel im Oberbefehl des Heeres. Hitler hatte Generalfeldmarschall von Brauchitsch für das Scheitern des Russlandfeldzugs verantwortlich gemacht und ihn am 19. Dezember 1941 als Oberbefehlshaber des Heeres abgelöst. Den Oberbefehl über das Heer übernahm Hitler nun selbst. Das fiel umso schwerer ins Gewicht, als die Wehrmacht schon seit 1934 auf den “Führer” vereidigt worden war. Es gab danach keine militär-strategisch gesamtverantwortliche Instanz mehr außer in der Person des Diktators selbst. Die Segmentierung der militärischen Kriegführung wurde zur Regel. Der Wehrmachtsführungsstab wurde ein reiner Arbeitsstab des Führers. Der Generalstab des Heeres war nur für den Ostkrieg zuständig. Den einzelnen Militärspitzen standen immer nur bruchstückhaft die Informationen zur Verfügung, die eine wirklichkeitsnahe Gesamtübersicht und Beurteilung der Kriegslage hätten ermöglichen können. Hitler hat  im Dezember 1941 das militärische Entscheidungsmonopol an sich gerissen. Er beanspruchte eine umfassende Kontrolle und dehnte seine Weisungs- und Befehlsgewalt bis in Einzelfälle operativer Entscheidungen aus (19).

Kein Separatfrieden im Westen 

Die dritte Entscheidung Hitlers bestand darin, den Krieg bis zum Ende durchzufechten. Im Westen war die Entscheidung allerdings nicht ganz freiwillig. Ein Sonderfrieden mit den Westalliierten wäre, hätte ihn Hitler jemals ins Auge gefasst, wohl am Willen Churchills gescheitert. Churchill wollte von Anfang an den Sieg über Deutschland. Bereits in seiner Antrittsrede “Blut, Mühsal, Schweiß und Tränen” vom 13. Mai 1940 hatte er ausgerufen, dass es “ohne einen Sieg um jeden Preis… kein Weiterleben für das Britische Weltreich” gebe (20). Am 22. Juni 1941, dem Tag des deutschen Angriffs auf die Sowjetunion führte er in einer Rundfunkansprache aus, dass Großbritannien “niemals mit Hitler oder irgendeinem aus seiner Bande verhandeln” und die Naziführer “am Morgen des Sieges alliierten Gerichten übergeben” werde (21). Spätestens mit der Casablanca-Konferenz, auf der Churchill am 23. Januar 1943 die Forderung nach der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands durchsetzte, rückte ein Sonderfrieden im Westen außer Reichweite.

Das hatte auch der deutsche Widerstand zur Kenntnis zu nehmen: “Der deutsche Widerstand mußte” - so Eugen Gerstenmaier, der im Krieg dem Widerstand angehörte und später in der Bundesrepublik Bundestagspräsidenten wurde - “die bittere Erfahrung machen, dass der Krieg eben nicht nur gegen Hitler und sein Reich, sondern gegen Deutschland in jeder Gestalt geführt wurde”(22). Die Forderung nach der bedingungslosen Kapitulation war eine, wenn nicht die entscheidende Motivation für viele Deutsche -  auch die, die den Nazis fern standen - den Krieg bis in den Mai 1945 weiter zu führen. Die daraus resultierende Verlängerung des Krieges brach letztlich auch dem Britischen Empire das Kreuz. Großbritannien war am Kriegsende so erschöpft, dass das Empire kurz danach zerfiel. London verlor mit dem Empire, weswegen es mit Deutschland den Kampf aufgenommen hatte. Eine Entwicklung, die Hitler - bezogen auf Großbritannien - im Januar 1942 voraussah: ”…wenn verloren wird, verliert nur England”(23).

  Kein Separatfrieden im Osten 

Eine bessere Möglichkeit der Umklammerung und damit der seit Dezember 1941 auf längere Sicht aussichtslosen Kriegslage zu entkommen, wäre unter Umständen ein Sonderfrieden mit der Sowjetunion gewesen. Stalin hatte mehrfach Friedensfühler ausgestreckt. Die Angebote, die er unterbreitete, wurden freilich mit den Erfolgen der nach Westen vorrückenden Roten Armee immer geringer. Stalin hoffte, die für ihn vorteilhafte Lage von September 1939 bis Juni 1941 wieder herzustellen und die Stoßkraft der Wehrmacht gegen Briten und Amerikaner zu richten. Die Westmächte fürchteten eben eine solche Entwicklung. Hitler reagierte auf die Avancen Stalins nicht. Sogar nach Stalingrad wäre nach erneuten Friedensfühlern Stalins für Hitler ein solcher Ausweg möglich gewesen. Er explorierte diese Möglichkeiten nicht einmal (24).

 Auch hier stellt sich wieder die Frage nach dem rationalen oder irrationalen Handeln Hitlers. Die ideologische Verblendung Hitlers, der Wahn von der Überlegenheit der arischen Rasse über die Slawen habe - so die nicht selten gehörte Erklärung - die Siegeszuversicht aufrecht erhalten und Hitler davon abgehalten, im Osten einen Abbruch der Kriegshandlungen ins Auge zu fassen. Nicht die Zahlen, die für eine sowjetische Überlegenheit sprachen, sondern - so die Selbstsuggestion - das bessere Menschenmaterial, die bessere Ausrüstung, die bessere Führung würden letztlich einen deutschen Sieg unausweichlich machen. Hitler hat - soviel ist richtig - seit seinen politischen Anfängen diesen Krieg mit dem Ziel eines deutschen territorialen Raumgewinns im Osten immer gewollt. Das mag bei der Entscheidung mit geschwungen haben.

Wahrscheinlicher ist allerdings etwas anderes. Nach einem Sonderfrieden hätte sich Berlin in der gleichen als bedrohlich empfundenen Lage wie vor dem Angriff auf die Sowjetunion befunden. Hitler hätte mit einem Sonderfrieden etwas Zeit kaufen können. Der Preis wäre allerdings hoch gewesen. Die Sowjetunion und die Rote Armee hätten sich regenerieren können, während Deutschlands Kräfte durch den fortdauernden Konflikt mit den USA und Großbritannien, von denen der Diktator nicht wusste, wie er sie besiegen könnte, aufgerieben worden wären. Einen Sonderfrieden mit Moskau verwarf der Diktator, selbst wenn er damit Zeit kaufen und vielleicht ein neues Spiel hätte eröffnen können (25).

Keine Kapitulation 

Letzte Alternative wäre angesichts der aussichtslosen Lage die Kapitulation, ein Strecken der Waffen gewesen. Im Ersten Weltkrieg hatte die deutsche Führung im Herbst 1918 angesichts der drohenden Niederlage diesen Weg gewählt. Die deutschen Truppen standen im September und  Oktober 1918 noch überall in Feindesland, als das Deutsche Reich - allerdings nach mehr als vierjährigem Ringen - unter dem Druck des alliierten Durchbruchs an der Westfront um einen Waffenstillstand nachsuchte. Der Waffenstillstand kam am 11.11.1918 zustande. Nach dem Trauma dieser nationalen Niederlage war Deutschland mit dem Versailler Vertrag allerdings ein schwerer, als extrem ungerecht und demütigend empfundener Friede auferlegt worden. Die Suche nach den Schuldigen gipfelte in der Weimarer Republik in der so genannten  “Dolchstoßlegende“, wonach  “Vaterlandsverräter” und “Novemberverbrecher” dem angeblich “unbesiegten” deutschen Heer in den Rücken gefallen seien. Ohne diese deutsche Realitätsverweigerung und den Kampf um die Revision von Versailles wäre Hitlers Aufstieg nicht möglich gewesen.

Einen Dolchstoß, eine Kapitulation, sollte und durfte es nach der Erfahrung von Versailles nie wieder geben. Nie wieder wollte man sich den Siegern auf Gnade und Ungnade ausliefern. Jedenfalls nicht, solange es noch eine Möglichkeit zur Gegenwehr gab. Hitler und die Nazi-Führung standen mit dieser Auffassung nicht allein, sie wurde von der Wehrmacht und großen Teilen der deutschen Bevölkerung geteilt. Als die Alliierten die “bedingungslose” Kapitulation forderten, verstärkten sie diese Überzeugung noch. Sie wurde zur wohl entscheidenden Motivation für den deutschen Durchhaltewillen. Das galt selbst für das letzte Kriegsjahr, als sich der Ring um Deutschland immer enger schloss, die Armeen der Alliierten schließlich die Reichsgrenzen überschritten und die letzten Kämpfe in und um Berlin ausgetragen wurden. Wie viele Deutsche in ähnlichen Bahnen wie Churchill dachten und die Verweigerung der Kapitulation für die Voraussetzung eines deutschen Wiederaufstiegs nach der Niederlage hielten, wissen wir nicht. Der Hinweis auf Churchill verdeutlicht aber, dass eine solche Haltung im Europa jener Zeit  keineswegs als abwegig galt.

Vernichtung der Juden 

Die vierte Entscheidung Hitlers betraf die Vernichtung der Juden. Die Stufen und Steigerungen der Judenverfolgung im Dritten Reich seit 1933 können hier nicht nachgezeichnet werden (26). Der Historiker und Friedenspreisträger des deutschen Buchhandels, Saul Friedländer, der sein Lebenswerk der Erforschung des Holocaust gewidmet hat, datiert diese fatale Entscheidung auf die Krisentage im Dezember 1941 (27).  Zur selben Datierung kommt Ian Kershaw: Danach machten die Kriegserklärung an die USA und der Beginn eines langen weltweiten Konflikts im Dezember 1941 eine Deportation der Juden in die Sowjetunion unmöglich, wenn sie überhaupt jemals in Frage kam. Als die verschobene Wannseekonferenz am 20. Januar 1942 stattfand, sei die Grundentscheidung schon gefallen gewesen (28). Die Aufgabe der Wannseekonferenz  bestand nur noch in der organisatorischen Umsetzung der so genannten “Endlösung”.

Das Dunkel, das die Dezember-Entscheidung zum organisierten, systematischen Judenmord umgibt, war von Hitler und der NS-Spitze gewollt. Es gibt keine Gesprächsaufzeichnungen, Notizen, Protokolle o. ä. - einfach nichts; jedenfalls wurde bis heute nichts aufgefunden. Auch die Durchführung des Genozids unterlag strikter Geheimhaltung, was nicht verhindern konnte, dass ein Kreis von ca. 200.000 Personen, auch im Offizierskorps, Bescheid wusste oder Bescheid wissen musste. Der Schleier strengster Geheimhaltung war bewusst über den von Hitler und der NS-Spitze im Dezember 1941 beschlossenen Genozid und seine Durchführung von 1942 bis 1945 gelegt worden. Die große Masse der deutschen Bevölkerung, die vom Kriegsalltag im Übermaß in Anspruch genommen und von eigenen Sorgen bedrückt war, konnte nur sporadisch oder gerüchteweise wahrnehmen, was sich in den Vernichtungslagern im Osten abspielte (29).

Im Monat Dezember 1941 hat Hitler gleichzeitig mit der Umstellung der Rüstungswirtschaft, der Übernahme des Oberbefehls über die Wehrmacht und der alternativlosen Weichenstellung für einen langen Krieg die Entscheidung zur Vernichtung der Juden in seinem Machtbereich gefällt. Die zeitliche Koinzidenz ist kein Zufall. In den schwarzen Stunden der Schlacht vor Moskau, als die Wehrmacht knapp einer Katastrophe entging, als die Illusion siegreicher Blitzkriege zerstob, hat Hitler sein Scheitern, seinen Untergang gesehen (30). Es ist der Moment ebenso dramatischer wie fataler Entscheidungen. Gedroht hatte er den Juden schon am 30. Januar 1939 öffentlich im Reichstag, dass er sie zur Rechenschaft ziehen würde, sollten sie die Welt nochmals in einen Weltkrieg stürzen. Später hat er diese Drohung mehrfach wiederholt. Im Dezember 1941 war der Weltkrieg da - wenn auch als Folge seiner eigenen Politik und nicht der von ihm imaginierten Machenschaften der Juden.

Hitler hat viel und vielen gedroht. Er hat aber nicht alle Drohungen wahr gemacht. Wie viele Politiker hat er das Mittel der Drohung taktisch eingesetzt, um einen bestimmten Zweck zu erreichen. Vom Antisemitismus Hitlers und der Nazis über die Drohung vom 30. Januar 1939 im Reichstag bis zur so genannten “Endlösung” war es ein weiter und auch kein gradliniger Weg. Bis zum Herbst 1941 war nicht von Vernichtung sondern von erzwungener Auswanderung, dann Umsiedlung der Juden die Rede gewesen. Erst sollten sie nach Madagaskar, dann nach Ostpolen, später nach Sibirien deportiert werden. Realisierungschancen für die Umsiedlungspläne gab es ab Dezember 1941 allerdings nicht mehr. Im Dezember 1941 wird mit dem Beschluss zur so genannten “Endlösung”, dem Holocaust, nach jahrelangen Verfolgungen und Drangsalierungen der antisemitische Klimax erreicht.

Es ist schwer, sich in die Gedanken- Vorstellungs- und Wahnwelten Hitlers zu versetzen. Trotzdem ist die Frage zu stellen, in welchem Zusammenhang der Beschluss zum Holocaust mit dem von Hitler ab Dezember 1941 ins Auge gefassten langen Krieg steht? Inwiefern waren die Juden davon betroffen, ob Hitler noch Chancen sah, den Krieg trotz allem zu gewinnen oder ob er mit einem ungewissen Ausgang, möglicherweise mit einer Niederlage rechnete? Wenn Hitler sich ab Dezember 1941 immer noch Siegeschancen ausrechnete, warum sollte er dann die Juden umbringen? Nach gewonnenem Krieg würde er sie umsiedeln, wohin auch immer. Er hätte die “Judenfrage”, so der Jargon der Nazis, aufschieben, beiseite legen können, wie er es mit vielen anderen Plänen und Vorhaben auch tat, die er sang- und klanglos fallen ließ. Man denke etwa an die nationalsozialistischen Angriffe auf die Kirchen, die stillschweigend eingestellt wurden. Warum sollte er Energien vom Ziel eines zu gewinnenden Krieges für ein Vorhaben abziehen, das der Kriegsführung nicht diente, ja abträglich war?

Wenn Hitler ab Dezember 1941 aber von einem eher ungewissen Ausgang des Krieges ausging, womöglich mit einer Niederlage rechnete, wenn er sich in einer Krise ohne Alternative sah, dann fügt sich der Judenmord eher in die Logik des Diktators. Nach dem Fiasko vor Moskau wusste er nicht, wohin mit ihnen. Sie waren in seinen paranoiden Vorstellungen ohnehin für alles Unheil dieser Welt verantwortlich, besonders für den Zweifrontenkrieg, in dem sich das Dritte Reich ab Dezember 1941 endgültig befand. Wenn er also schon die Amerikaner, Briten und Russen nicht besiegen, den Krieg nicht gewinnen konnte, dann konnte er sich zumindest an den Juden in seinem Machtbereich schadlos halten. Ein nicht unwillkommener Nebeneffekt mag für Hitler gewesen sein,  Mitwisser, vor allem die deutschen Militärspitzen in dieses gigantische Verbrechen zu verstricken, um alle Überlegungen, Neigungen oder Versuchungen zur früh- oder vorzeitigen Kapitulation abzuschneiden.

Die Mehrzahl der Juden befanden sich Ende 1941 außerhalb Hitlers Machtbereich: u. a. in Amerika, in der nicht besetzten Sowjetunion, in Palästina. Er konnte sie nicht erreichen, sie nicht zur Rechenschaft ziehen, sie nicht vernichten. Aber den Juden im besetzten Europa  konnte er einen schweren Schlag versetzen, der niemals vergessen werden würde. Er konnte sie in seinen Untergang mit hinein ziehen, die Klage würde nie verstummen (31).

Hitler rechnete im Dezember 1941 mit Niederlage Deutschlands 

Ein innerer Zusammenhang der Holocaust-Entscheidung  mit der von Hitler als möglich bis wahrscheinlich vorausgesehenen deutschen Niederlage erscheint schlüssiger als eine Siegeszuversicht mit gleichzeitigem Judenmord. Im Umkehrschluß stützt der Entschluß zum Judenmord die Annahme, dass Hitler ab Dezember 1941 mit seiner letztendlichen Niederlage rechnete. Nicht nur die zeitliche Koinzidenz spricht dafür, dass der Holocaust nicht losgelöst vom Krieg seit der Kriegswende gesehen werden kann sondern integrativer Teil dieses Krieges war.

Bis zum bitteren Ende waren das Reich und Berlin verteidigt worden. Die Rote Armee hatte von Mitte April 1945, als sie ihre letzte Offensive begann, bis zur Eroberung Berlins nochmals 304.000 Mann Verluste. Als auf dem Reichstag am 1. Mai 1945 schon die Rote Siegesfahne wehte, schossen die deutschen Verteidiger aus  Keller und Obergeschoss noch einen Tag zurück (32). Hitler beging am 30. April 1945 Selbstmord. Die Kapitulation am 8./9. Mai 1945  war nur noch Formsache. 

   Das Dritte Reich befand sich ab Dezember 1941 in einer aussichtslosen Lage, in einer Krise ohne Alternative. Hitlers Entscheidungen des gleichen Monats erhellen, dass er die entscheidende Zäsur dieser Kriegswende gesehen hat. Die absehbare Niederlage wurde zum Auslöser des Holocaust,

Anmerkungen

1)  Overy, Richard, James, Die Wurzeln des Sieges. Warum die Alliierten den Zweiten Weltkrieg gewannen, Stuttgart-München 2000;  Weinberg, Gerhard L., Eine Welt in Waffen. Die globale Geschichte des Zweiten Weltkriegs, Stuttgart 1995

2)  Wegner, Bernd, Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg, Hrsg. Militärgeschichtliches Forschungsamt, 10 Bde., Deutsche Verlags-Anstalt (DVA) 1979-2008 (=MGFA), Bd. 8, 2007, S. 3, Anm. 1

 3)  Zit. nach Kershaw, Ian, Wendepunkte. Schlüsselentscheidungen im Zweiten Weltkrieg, München 2008, S.65

 4)  Zit. nach Kershaw, ebd. S. 58

 5)  Kershaw, ebd. S. 590

6) Churchill, Winston, Der Zweite Weltkrieg, München-Zürich 1954, S. 551 f.

7) MGFA, Bd. 4, 1983, S. 801/802

8) Friedländer, Saul, Auftakt zum Untergang Hitlers und die Vereinigten Staaten von Amerika 1939-1941, Stuttgart-Berlin-Köln-Mainz 1965, S. 252, Anm.62

9) In: Staatsmänner und Diplomaten bei Hitler. Vertrauliche Aufzeichnungen über Unterredungen mit Vertretern des Auslandes 1939-1941, 2 Bde, hrsg. Hillgruber, Andreas, Frankfurt/Main 1967, Bd. 2, S. 41

10) Hitler, Monologe im Führerhauptquartier 1941-1944. Die Aufzeichnungen Heinrich Heims. Hrsg. von  Jochmann, Werner, Hamburg 1980, S. 199

11) Kriegstagebuch des Oberkommandos der Wehrmacht (Wehrmachtsführungsstab), 1940-1945, 4 Bde. Geführt von Helmuth Greiner und Percy Ernst Schramm. Im Auftrag des Arbeitskreises für Wehrforschung hrsg. von Schramm, Percy, E., Frankfurt/Main 1961-1965, Nachdruck Augsburg 2003,  Bd. I, S. 996, Dok. 45

12) MGFA, Bd. 8, 2007, S. 38

13) MGFA, Bd. 6, 1990, S. 90

14) MGFA, Bd. 4,  1983, S. 1024 u. Bd. 5, 1988, S. 630 f.

15)  MGFA, Bd. 8, 2007, S. 36

16) Halder, Franz, Kriegstagebuch. Tägliche Aufzeichnungen des Chefs des Generalstabs des Heeres, 1939-1942, bearb. von Jacobsen, Hans-Adolf, hrsg. vom Arbeitskreis für Wehrforschung, Stuttgart 1962-1964, Bd.3, S. 306, Eintrag vom 23.11.1941

17) Ebd. S. 309, Eintrag vom 25.11.1941

18)  Rohland, Walter, Bewegte Zeiten. Erinnerungen eines Eisenhüttenmannes, Stuttgart 1978, S. 77; MGFA, Bd. 4, 1983, S. 1023; Seidler, Franz W., Fritz Todt. Baumeister des Dritten Reiches, München 1986, S. 356; Kershaw, Ian, Hitler. 1936-1945, Stuttgart 2000, S. 593

19)  Vgl. MGFA, Bd. 4, 1983, S. 613 f. u. Bd. 6, 1990, S. 105/106

20) Churchill, Winston, Blut, Mühsal, Schweiß und Tränen, in: Reden, Bd. 1, Zürich 1946, S. 321

21) Ebd. Bd. 2, 1947, S. 257

22) Gerstenmaier, Eugen, Der Kreisauer Kreis, in: Vierteljahreshefte für Zeitgeschichte, 15 (1967), 3, S. 238

 

23) Hitler, Monologe im Führerhauptquartier 1941-1944, S. 199, 15.01.42

24)  MGFA, Bd. 6, 1990, S. 89

25)  Vgl. MGFA, Bd. 8, 2007, S. 51 f.

26) dazu insbes. Friedmann, Saul, Das Dritte Reich und die Juden, München 2007 u.  Hilberg, Raul, Die Vernichtung der europäischen Juden, 3 Bde, 10. Aufl., Frankfurt/Main 2007

27) Interview, Der Spiegel, 2007, 41, S. 214

28) Kershaw, Wendepunkte, S. 586. Einen Sachzwang zum Holocaust, der wie Kershaw annimmt, aus den vorausgegangenen genozidalen Ansätzen folgte, hat es m. E. nicht gegeben.

29) Vgl. Longerich, Peter, Davon haben wir nichts gewußt, München 2006, S.324 f.

30) Kershaw, Hitler. 1936-1945, S. 598 sieht den Diktator nicht in dieser dramatischen Stimmungslage. Er stützt sich dabei auf das Tagebuch von Goebbels, dessen Eindrücke aber nicht überbewertet werden dürfen, da er Hitler vor allem bei öffentlichen Anlässen zu Gesicht bekam.

31) Schenck, Guntram von, Holocaust - Folge von Hitlers Rumsucht?  www.guntram-von-schenck.de

32)  Beevor, Antony, Berlin. The Downfall 1945, Penguin Books 2003, S. 370 f.

Guntram von Schenck, März 2009

 


Copyright © 2017 by Guntram von Schenck.
All Rights Reserved.